Speedway: Russe Karachinsev sorgt beim Halbfinale der Junioren-EM im Speedway in Herxheim für spektakuläre Szenen - Mehrere Fahrer stürzen
Herxheim (jre). Der Pole Emil Pulczynski hat gestern in Herxheim das Halbfinale
der Junioren-Europameisterschaft im Speedway gewonnen.
Das Semifinale im Herxheimer Waldstadion endete spektakulär. Im Stechen um
Platz zwei preschten Sergej Karachinsev (Russland) und Dino Kovacic (Kroatien)
vor 850 begeisterten Zuschauern Seite an Seite in die letzte Kurve. Dann hob es
den Russen vom Motorrad und Kovacic schoss, um eine Kollision zu meiden, wie
ein Pfeil auf das Innengelände - beide blieben unverletzt. Der Schiedsrichter
wertete Kovacic als Sieger. Er reihte sich damit als Zweitplazierter hinter dem
überlegenen Pulczynski ein. Von den drei deutschen Vertretern glückte keinem
die Qualifikation.
16 Fahrer aus zehn Nationen bewarben sich gestern Nachmittag um sechs Plätze
beim Junioren-EM-Finale am 24. Juli im kroatischen Gorican. Da die meisten
Piloten international wenig in Erscheinung getreten waren, wurde ein offenes
Rennen erwartet. Das erste Ausrufezeichen setzte der Fahrer, der später auch
für den spektakulären Schlusspunkt sorgte, nämlich Sergej Karachinsev. Der
19-Jährige aus Nowosibirsk hatte mit 3500 km nicht nur die weiteste Anreise, er
ist auch noch im Winter auf dem Eis aktiv und amtierender
Junioren-Europameister im Eis-Speedway. Mit der zweitschnellsten Zeit des Tages
gewann er den ersten Lauf. Der Russe fühlte sich in der Hitze der Südpfalz wohl
und freute sich über seinen dritten Platz.
Den drei Startern aus Polen hatte man die „Quali" zugetraut. Am Ende hatte
Emil Pulczynski mit 14 Punkten den Tages-Sieg in der Tasche. Ziemlich
selbstbewusst gab er sich kurz vor der Siegerehrung: „Nach dem Training hatte
ich schon ein gutes Gefühl und war mir sicher, hier gut abzuschneiden', sagte
der 18-Jährige aus Torun.
Hinter Kovacic und Karachinsev holte sich Lukasz Cyran (Polen) den vierten
Platz. Mit einer starken kämpferischen Leistung sicherte sich Vitaly Belousov
(Russland) den fünften Rang. Er begann mit einem Sturz und sammelte mit zwei
ersten Plätzen, einem zweiten und dritten Rang neun Punkte. Ein Stechen mit
vier Fahrern musste über den sechsten und letzten Qualifikationsplatz
entscheiden.
Neben dem Tschechen Pavel Pucko und dem Ukrainer Andriy Kobrin hatten die
beiden deutschen Vertreter Kai Huckenbeck (Werlte) und Marco Gaschka
(Schleswig) die Möglichkeit, das letzte Ticket nach Gorican zu ergattern. Und
in der Tat, Huckenbeck, der im neunten Rennen gestürzt war, gelangte mit einem
Blitzstart an die Spitze. Doch Kobrin blieb dicht an seinem Hinterrad und
lauerte auf seine Chance. Die bot sich in der letzten Kurve als Huckenbeck
innen Platz machte, was Kobrin eiskalt ausnutzte. Pechvogel des Tages war der
Danziger Marcel Szymko. Nach zwei Stürzen und einem Ausfall musste der als
Mitfavorit gehandelte Pole enttäuscht die Segel streichen.
Quelle:
Rheinpfalz 5. Juli 2010
